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Cilento… Trainingslager in Süditalien

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Di 3 April
Tag 2 nach dem Halbmarathon. Auch heute ist noch ein softes Programm angesagt. Eine so lange Belastung in einem hohen Pulsbereich muss der Körper erst mal verarbeiten und integrieren. Sprich heute fahre ich alles in meinem GA1 (Grundlagen-Ausdauer) Pulsbereich. Das Focus-Rad ist gut mit der Sci’Con-Radtasche angekommen und somit geht’s auch gleich nach dem Frühstück los zur lockeren Kaffee-Fahrt. Locker die Beine mit hoher Trittfrequenz freitreten.
Einziger kleiner Nachteil an Cilento : Es gibt weit und breit kein Hallenbad. Das nächste ist eine Autostunde entfernt. Aber warum klagen wenn das Gute doch so nahe liegt…das Meer. Es ist zwar noch kalt aber mit Neoprenanzug ganz passabel. Bin mir anfangs aufgrund der Wellen und Temperatur doch noch etwas unsicher aber beim Schwimmen kommt doch Freude auf.

Fr 6 April
So das war jetzt genug Erholung für den Körper und endlich steht eine längere und intensivere Radausfahrt an. Im Hotel Hydra Club haben sich einige Radfahrer eingefunden und wir verabreden uns für eine Ausfahrt. Ich freue mich endlich mal wieder Druck auf die Pedale bringen zu dürfen und die Berge hochtreten zu dürfen. Heute komme ich also voll auf meine Kosten mit ca. 2600 Höhenmetern und auch einigen schönen serpentinen-reichen Abfahrten . Auch abfahren will gelernt sein. Bei so wenig Verkehr kann man die Kurven schön schneiden  Hier liegt das Focus wunderbar in den Kurven. Das scharfe Anbremsen vor der Kurve funktioniert tadellos und das Beschleunigen nach der Kurve wenn ich aus dem Sattel gehe und in die Pedale treten bringt richtig Geschwindigkeit mit sich.
Nachdem wir 8 kleine Negerlein beim Start waren bleiben erst mal 4 übrig. Zwischendurch stärken wir uns mit einem Tomate-Mozzarella-Panini. Die Region ist nämlich für seinen Büffel-Mozzarella bekannt. – zu Recht!
2 weitere kleine Negerlein hätten doch noch ein Panini mehr vertragen und am Ende rauschen Ekke das Führungsnegerlein und ich die Küstenstraße entlang und genießen den Fahrtwind sowie die Meeresluft.
Jetzt saßen wir doch tatsächlich gute 6 Std. und 170km im Sattel. Soviel wollte ich gar nicht fahren. Aber es war toll!
(Keine Sorge die anderen 6 Negerlein sind alle unbeschadet wieder im Heimathafen angekommen.)

Ostersonntag 10 April
Heute wird es keine Osterausfahrt geben. Das Wetter spielt nicht ganz mit. Wo es so grün ist wie muss es auch mal regnen. Leider sind die Straßen bei Nässe so glatt und gefährlich, dass es viel zu gefährlich ist Rad zu fahren. Zwangsradpause 
Na ja etwas Laufen ist auch ganz gut und das Meer liegt bekanntlich vor der Nase. Ob man nun draußen im Regen nass wird oder schwimmender Weise im salzigen Nass ist gleich.

Aber als Trost gibt es heute doch tatsächlich ein Osterei zum Frühstück.
So gut gestärkt stürze ich mich doch mal glatt in die Fluten. Lang halte ich es aber nicht im Meer aus.
Die Wellen sind so hoch, dass es kaum möglich ist raus zu Schwimmen. Heute sollte man Wellenreiten und nicht schwimmen.
Okay Radfahren geht nicht, Schwimmen auch nicht…zum Glück betreibe ich Triathlon – Laufen geht immer.
Heute war ein ganz besonderer Lauf. Der Hund vom Hotel hat Timon und mich sagenhaft 110min begleitet. Nein es ist kein Windhund oder Deutscher Schäfer Hund. Seht selbst:

Nach diesem Lauf hat sich diese Hündin als meine Beschützerin beschrieben und ist das ganze Trainingscamp nicht mehr von meiner Seite gewichen.

Mo 11 April
Puh es hat ganz schön abgekühlt. Da Timons Flieger heute Nachmittag geht fahren wir gleich nach einem kurzen Frühstück los.

Also warm anziehen mit Windstopper-Unterhemd, Knielingen und Überschuhen. Handschuhe wären auch nicht falsch gewesen. Wir düsen erst mal 600 Höhenmeter bergauf. Der Puls steigt aber die Temperaturen sinken. Bergab wird es erst so richtige kalt bei 8 Grad. Oben auf den Bergen hat es sogar geschneit:

Di 10 April
Der Schnee ist geschmolzen die Sonne scheint und wir machen uns auf Pilgerfahrt nach Maratea, wo eine riesen Jesus-Statue oben auf dem Berg steht und das Land beschützt. Vorbei geht es an sagenhaften Sandstränden und türkis-farbenem Meer.
Eine sehr steile Küstenstraßenstelle gibt es zu überwinden. Die Meinungen über die genaue Steigung reichen von 17-30%. Auf jeden Fall ist es ultrasteil in ich bin froh dass ich mein Focus unterm Hintern hab. Was heißt – so eine Steigung kann man nur im Stehen erklimmen. Also raus aus dem Sattel und im Wiegetritt locker-flockig die Steigung hochdrücken. (ja es war nicht locker-flockig)
Hier noch das Ziel unsere Pilgerfahrt:

Radschuhe aus und Treppen hoch zur Statue…
Zurück sind wir einen Teil der Strecke mit dem Zug gefahren. Nur Ekke in grün ist die kompletten 210km hin- und zurückgefahren und war sogar noch pünktlich beim Abendessen.
Reiner und ich bevorzugten ein kleines Läufchen direkt im Anschluss.

Warten auf Reiner… …los geht’s
David der Fotograf (siehe Schatte im Bild) waren beide Alternativen zu anstrengend und legte sich aufs Ohr.

Do 12 April
Während sich heute alle auf eine lange Tour aufmachen schlage ich mein Lager im Radschuppen auf. Ein sogenannter Triple-Brick steht an. D.h. (60min Bike, 30min Run) x 3. Das erste Set wird locker absolviert, das zweite Set im GA2-Bereich. Sprich es ist schon anstrengend. Das dritte Set sollte im EB-Bereich stattfinden. (=Entwicklungsbereich – man sagt auch Wettkampftempo dazu.) Das ist dann noch anstrengender. Bei einem Triple Brick kann man auch sehr gut die Wechsel von Rad auf Lauf üben. Zudem ist es auch mal ganz gut von Lauf auf Rad zu wechseln.
Auch wenn ich heute nicht so viel von der Landschaft mitbekommen hab, da ich ja immer 30min hin und zurück geradelt bzw. 15min hin und zurück gelaufen bin war das ein großartiger harter Trainingstag. Abgerundet wird dieser von einem erholsamen Swim. Da freuen sich die strapazierten Muskeln.
Das war auch schon der letzte passable Radtag.
Den letzten Swim musste ich aufgrund solcher Verhältnisse canceln:

…jetzt freu ich mich schon wieder auf Berlin…

Do 10 Mai
Übermorgen ist es soweit – mein erster Triathlon dieses Jahr findet in Alcudia auf Mallorca statt.
Die Distanz, welche ich bestreiten werde nennt sich 70.3. Das ist in Meilen ausgedrückt genau die Hälfte der Ironman-Distanz. In km ausgedrückt sind es:
1,9km Schwimmen – 90km Radfahren – 21km Laufen
Nachdem ich nach Cilento noch 2 Wochen richtig ordentliches zeitintensives Trainingsprogramm hatte standen die letzten Wochen vor dem Wettkampf eher kurze aber sehr intensive Einheiten auf dem Programm. Kurzzeitig wurde ich von einer Erkältung für 4 Tage zu einer Pause gezwungen. Diese ist aber zum Glück gut überstanden und nun freue ich mich gut vorbereitet ins Rennen gehen zu können.

Cilento 2012

Cilento – Trainingslager in Süditalien….
…kaum zu glauben heute geht es schon nach Neapel zum Radtrainingslager. Bin noch ganz euphorisch von meiner Halbmarathonzeit gestern. Die 82 Minuten spuken noch in meinem Kopf rum.
Gestern durfte schon das Focus-Rad in die Sci’Con Tasche schlüpfen.

Dieser Radkoffer ist das Praktischte was mir bislang unter die Finger gekommen ist. Einfach die Pedal abschrauben, Laufräder raus und Bike in die integrierte Halterung einspannen. Sattel und Lenker passen locker rein. Reisverschluss zu und los geht’s. Zum Tragen und ziehen gibt es flexibel anbringbare Gurte und das Rolle geht ganz einfach ohne großen Kraftaufwand. (sogar über Kopfsteinpflasten.) I like!!!
In Neapel erwartet uns ideales Wetter und wir freuen uns (Timon und ich) schon auf die erste Radausfahrt.
Heute, 1 Tag nach dem Halbmarathon steht jedoch Ruhe und Erholung für den Körper im Vordergrund. Einfach verwöhnen mit gutem italienischem Essen und einem Espresso Macchiato.
Die Zugfahrt durch die wunderschöne bergige Landschaft am Vesuv vorbei und am Meer entlang steigert die Spannung aufs Radfahren ungemein. Unser Hotel liegt in Casal Velino in der Region Cilento ca. 200km südlich von Neapel. Ein echter Geheimtipp für diejenigen, welche eine Alternative zu Mallorca suchen. Die Landschaft ist bergig aber die Steigungen sind sehr angenehm zu fahren. (max. um die 10%) Die Straßen sind weitestgehend in Ordnung und es gibt eine Vielfalt an Möglichkeiten für unterschiedlich lange Radtouren mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Ob man nun am azuro-blauen Meer entlang fährt oder in das Naturschutzgebiet Cilento mit den niedlichen Bergdörfern. Die Einwohner sind auf Radfahrer eingestellt und man fühlt sich niemals unsicher auf dem Rad. Der Verkehr ist minimal und in den Bergen kann man die Stille und Einsamkeit genießen.